Der Klassiker – Die Lebensversicherung

Neues

Jeder hat schon davon gehört, viele haben eine, manche sogar mehrere. Die Lebensversicherung!
Allerdings ist sie nicht mehr annähernd so verbreitet wie früher.

Und in vielen Bereichen ist das auch gut so!
Warum? Darauf geh ich hier und heute ein.

Was ist eigentlich eine Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung ist eine Versicherung auf ein Leben.
Sprich: Stirbt die versicherte Person während der Vertragslaufzeit, wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt.

Diese Grundidee ist an und für sich gar nicht schlecht. Sie kann vielen Familien, die Schicksalsschläge erleiden müssen, zumindest die finanzielle Lage erleichtern bzw. retten.

Leider wurde und wird diese Grundidee von der Versicherungswirtschaft und vor allem von den schwarzen Schafen unter den Vermittlern ausgenutzt und oftmals ad absurdum gefühlt.

Die Lebensversicherung hat einen Versicherungsbeginn und in der Regel auch ein Ablaufdatum. Die einzige Ausnahme ist die Sterbegeldversicherung. Dazu später mehr.

Genau genommen zählen auch alle Rentenversicherung zur Sparte der Lebensversicherungen, auf diese gehe ich aber heute nicht ein, dafür gibt es separate Artikel. In diesem hier geht es nur um die Policen, die dafür da sind, den Tod abzusichern.

Aber auch da gibt es einige verschiedene Modelle:

  • Die Risiko-Lebensversicherung
  • Die kapitalbildende Lebensversicherung
  • Die fondsgebundene Lebensversicherung
  • Die Sterbegeldversicherung.

Bis vor kurzem wurden kapitalbildende und fondsgebundene Lebensversicherung vor allem zum Kapitalaufbau und zur Altersvorsorge abgeschlossen.
Das war aufgrund der Zinssituation auch nicht immer schlecht. Im Gegenteil, in den 80er- und 90er Jahren betrug die Garantieverzinsung immerhin 4-6%.
Das war schon recht anständig.
Was aber viele nicht wissen bzw. wussten, ist dass die Garantieverzinsung nur auf den Sparanteil und nicht auf den kompletten Beitrag bezogen ist.

Funktionsweise Kapitalbildende und fondsgebundene Lebensversicherungen

Da ich jetzt einige fragende Gesichter sehe, erkläre ich gerne mal.

Diese Lebensversicherung bestehen im Grunde aus 2 Teilen:
1. Der Absicherungsanteil. Denn, Du sicherst ja Dein Leben mit Summe X ab.
2. Der Sparanteil. Dieser wird verzinst. Bei fondsgebundenen Policen gibt es keine Garantie, dafür die Aussicht auf mehr Rendite bzw. höhere Ablaufleistungen.

Die beiden unterscheiden sich auch darin, dass es bei der kapitalbildenden LV eine feste Versicherungssumme (Todesfallsumme) gibt und es bei der Fondsgebunden LV an die zu zahlenden Beiträge gebunden ist.

Nachteile und Schwächen

Was bei beiden Varianten ebenfalls eine erhebliche Rolle spielt, sind die Kosten. Leider ist die Höhe nicht bekannt, dies sind oftmals Betriebsgeheimnisse der Versicherer.
Vermutungen besagen, dass bis zu 20/25% der monatlichen Beiträge in die Kosten fließen.
Allein aus diesem Grund kann ich Dir vom Abschluss einer solchen Versicherung nur abraten.
Es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, der den Abschluss rechtfertigt, zumal bei der kapitalbildenden Variante nur noch ein minimaler Garantiezins (2020 0,9%, 2021 0,5%), wenn überhaupt angeboten wird.

Es gibt eine einzige Ausnahme und das ist die Sterbegeldversicherung. Details folgen später.

Ansonsten gilt:

Lass die Finger von diesen Versicherungen, sie bringen Dir absolut nichts.

Bitte beachten: Diese Empfehlung bezieht sich ausschließlich auf die Produkte kapitalbildende Lebensversicherung und fondsgebundene Lebensversicherung.

Warum FLV und KLV früher ihre Berechtigung hatten

In früheren Jahren waren diese Policen absolut okay, da es wenig besseres gab und da die Kapitalabfindung unter bestimmten Bedingungen (12 Jahre Laufzeit, 5 Jahre Beitragszahlungsdauer) steuerfrei war. Dies betraf Abschlüsse, die bis zum 31.12.2004 getätigt wurde.

Seitdem gilt das Halbeinkünfteverfahren, das besagt, das die Hälfte der Erträge (Gewinne) steuerfrei sind, wenn der Vertrag 12 Jahre lief und nicht vor dem 60. bzw. 62. Geburtstag endet.

Das macht es aber nicht besser. Zur Altersversorgung und zum Sparen sind beide Verträge absolut ungeeignet und von daher aus meiner Sicht, wie bereits erwähnt, nicht zu empfehlen.

Ebenso sind die Policen zur Absicherung des Todesfalls nicht geeignet, da die Todesfallsummen viel zu gering sind. Diese bewegen sich in der Regel zwischen 10.000 und 50.000 €.


Wie viel da wirklich sinnvoll ist, besprechen wir jetzt gleich bei der

Risiko-Lebensversicherung

Die Risiko-LV ist sinnvoll, wenn Du wirklich etwas absichern willst.

Sie funktioniert auch sehr einfach:

Du schließt eine bestimmte Versicherungssumme ab. Die Police hat einen Vertragsbeginn und ein Vertragsende. Stirbst Du dazwischen, erhält die begünstigte Person die Versicherungssumme.

Das wars! Das und nicht mehr.

Sie ist relativ preisgünstig, da wirklich nur das Risiko abgesichert wird. Wie beim KFZ, bei der Krankenversicherung, etc. Nur wenn was passiert, wird eine Leistung erbracht. Ich hoffe, dass niemand diese Police je wirklich braucht. Aber wenn man sie braucht, dass sie dann da ist und leistet.

Allerdings gibt es bestimmte Spielregeln bei dieser Form der Versicherung:

Spielregeln

  • Gesundheitsfragen. Bitte beantworte ALLE Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß, da der Versicherer sonst nicht leisten muss, wenn Du einen Umstand verschwiegen hast, der zu einer Ablehnung des Antrag geführt hätte.
  • Beitragszahlung. Die Beiträge müssen bezahlt sein.
  • Der Tod der versicherten Person muss unverzüglich gemeldet werden.

Das war’s in der Hinsicht eigentlich schon. Wenn Du diese drei Regeln beachtest, wird die Versicherung auch leisten. Im Gegensatz zu vielen Gerüchten.

Gestaltungsmöglichkeiten bei der Risiko-Lebensversicherung

Die Risiko-LV ist individuell gestaltbar. So kann sie eine konstante Versicherungssumme haben, eine linear fallende Versicherungssumme usw.

Dies macht zum Beispiel, wenn Du eine Hausfinanzierung hast und das Darlehen mit der Risiko-LV absichern willst. DIES ist eine wirklich sinnvolle Möglichkeit, eine Lebensversicherung einzusetzen.

Banken verlangen oft Risiko-Lebensversicherungen als Absicherung für die Baufinanzierung. Dies ist auch durchaus legitim und für Dich sinnvoll, da damit verhindert werden kann, dass Deine Familie Eure Immobilie nicht mehr halten kann.
Dies wäre dies eine große Erleichterung, da dann genug Geld da ist, um das Darlehen abzulösen. Natürlich bringt auch dies den Verstorbenen leider nicht zurück.

Insbesondere dann, wenn Nachwuchs vorhanden ist und einer der Partner deswegen evtl. nicht arbeiten kann.

Aus diesem Grund kann es auch sinnvoll sein, eine LV auf verbundene Leben abzuschließen, d.h. mit ZWEI versicherten Personen! Wie das funktioniert, dabei hilft Dir sicher gerne Dein Berater.

Ein Tipp von mir: Wenn Du eine LV auf ein Leben abschließt, dann setze als Versicherungsnehmer und Leistungsempfänger nicht die versicherte Person ein. Also Person A als Versicherungsnehmer und Begünstigter und als versicherte Person B. Hat steuerliche und erbschaftstechnische Gründe.

Frag mal Deinen Berater, was er was dazu weiß und lass Dich von ihm dazu beraten!

Laufzeit der Lebensversicherung

Wie lange sollte eine Risiko-LV eigentlich laufen?
Die klassisch blöde Antwort lautet: Es kommt darauf an!
Worauf? Auf das, was es abzusichern gilt!
Wenn es die Baufinanzierung ist, dann solange bis die Finanzierung abgeschlossen ist.
Oder wenn es die Familie ist, dann bis die Kinder aus dem gröbsten raus sind und sicher im Berufsleben stehen.
Diese Fragen kann ich Dir hier nicht beantworten, dafür gibts persönliche Beratung.

Aber als Faustformel kannst Du Dir 25 (Alter des jüngsten Kindes) oder 67 (Renteneintritt) merken. Das passt oftmals ganz gut.

Für die Risiko-LV gibt es natürlich auch Zusatzkomponenten, die Du vereinbaren kannst. Als Beispiel seien da Betragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit oder eine Leistung bei schweren Krankheiten genannt.

Oder Du suchst Dir das alles aus dem Internet, das geht natürlich auch. Da musst Du dann nur gucken, dass der von Dir favorisierte Versicherer auch alles anbietet, was Du brauchst bzw. möchtest.

Sterbegeldversicherung

Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine kapitalbildende Lebensversicherung, die wirklich lebenslang läuft.

Wie bereits bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen angedeutet, ist dies die einzige Ausnahme zur Warnung vor kapitalbildenden Lebensversicherung.

Warum ist das so?

Manche Menschen wollen Ihren Hinterbliebenen die Kosten der Bestattung ersparen und erhalten aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes keine Risiko-Lebensversicherung. Oder die wäre noch teurer als diese Variante.

Es ist nicht das Optimum aber für viele Menschen die einzig verbliebene Möglichkeit, ihre Bestattungskosten abzusichern.

Es gibt nur wenige Gesundheitsfragen, die es fast jedem der noch nicht todsterbenskrank ist, ermöglicht, dieses Risiko abzudecken.
Von daher halte ich diese Variante für legitim.

Folgendes ist hierbei zu beachten:
Die volle Versicherungssumme wird erst nach einer Weile fällig, meistens 2-3 Jahre, bis dahin werden bei Tod die gezahlten Beiträge zurückerstattet.

Auch hier gilt. Sprich mit Deinem Berater, was für Dich die sinnvollste Alternative ist. Die kann eine ganz andere als bei Deinem besten Freund, Deinen Geschwister oder ähnlichem sein.

Ich hoffe, Dir zum Thema Lebensversicherung einige wertvolle Tipps und Ideen näher gebracht zu haben.

Solltest Du Anregungen Fragen oder sonstiges haben, schreib mir einfach. Egal wo und wie, die Kontaktmöglichkeiten findest Du am Ende dieser Seite.

Bei Bedarf kann und wird dieser Artikel angepasst und ergänzt werden.

Bis zum nächsten Mal!

Bleib gesund und pass auf Dich auf!

Ich grüße Dich ganz herzlich!

Dein

Alexander Brünisholz

FAIRmögensberater mit Herz und Verstand

Schulacker 8

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alexander@bruenisholz.com

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