Freiwillig gesetzlich oder privat?

Krankenversicherung Neues Versicherungen

Es geht um das Thema Krankenversicherung. Was sind wirklich die Unterschiede?
Was spricht für freiwillig gesetzlich versichert, was für privat? Die Entscheidung, ob gesetzlich oder privat liegt aber letztendlich nur bei dir. Aber wie so oft der Tipp: Lass dich kompetent und fair beraten!

Gesetzlich oder privat – Wann steht diese Entscheidung an?

Nun, nicht jeder kann sich entscheiden, ob er sich gesetzlich oder privat versichern kann.

Nur Selbstständige, Beamte oder Angestellte, die über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen, steht diese Entscheidung offen.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt im Jahr 2022 bei 64.350 Euro brutto. Nur wenn Du als Angestellter mehr verdienst, endet die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Da Du darüber von deinem Arbeitgeber und/oder deiner Krankenkasse darüber informiert wirst, kannst du den Moment auch nicht verpassen.

Des weiteren kannst Du Dich auch nur dann privat krankenversichern, wenn Dein Gesundheitszustand dies zulässt. Sprich darüber mit Deinem Berater. Eventuell kannst Du einen Probeantrag stellen oder ähnliches.

Ein Ausnahme gibt es nur im folgenden Fall: Du fängst eine Laufbahn als Beamter an. Zu diesem Zeitpunkt besteht durch die „Öffnungsaktion“ ein Kontrahierungszwang für die privaten Versicherer. Was das ist: Schau mal hier

Die Leistungen

Zu den Leistungen bei sowohl gesetzlicher als auch privater Krankenversicherung verweise ich auf den bestehenden Artikel. Der heißt zwar Krankenzusatzversicherung, erklärt aber auch den Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Weitere entscheidende Unterschiede bei gesetzlich oder privat

Neben den Leistungen ist der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten die Art der Beitragsgestaltung.

Darauf gehe ich sowohl bei der privaten als auch bei der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung ein.

Beitragsgestaltung bei der privaten Vollversicherung

Der Beitrag bei der privaten richtet sich nach deinem Alter, deinen „gebuchten“ Leistungen und teilweise deinem Gesundheitszustand. Je bessere Leistungen du vereinbarst, desto höher ist der Beitrag. Es kann auch zu Beitragszuschlägen aufgrund von Vorerkrankungen kommen. Der Beitrag ist aber unabhängig von deinem Einkommen bzw. deinen Einnahmen.
Du kannst damit rechnen, dass er jährlich immer ein bisschen steigt. Dies hat viele Ursachen und Gründe.
Primär jedoch steigende Ausgaben und Kosten im Gesundheitswesen.

Es kursiert ja das Gerücht, dass die Beiträge für die PKV im Alter so hoch sein werden, dass sie nicht mehr finanzierbar sind. Dies ist so nicht ganz korrekt. Bis zum Alter 60 zahlst du einen gesetzlichen Zuschlag von 10%, der dafür genutzt wird, die Beiträge im Alter stabil zu halten.

Weiter Informationen findest Du hier.

Die Beiträge sind in der Regel auch um ein gutes Stück günstiger als die in der freiwilligen gesetzlichen Versicherung. Diese Ersparnis kannst Du sinnvoll nutzen, Dein Berater hat da sicher die eine oder andere gute Idee.

Allerdings braucht jede versicherte Person auch einen eigenen Vertrag und hat seinen eigenen Beitrag zu zahlen. Sowohl Ehepartner als auch Kinder. In der privaten Krankenversicherung gibt es KEINE beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen.

Beitragsgestaltung bei der freiwilligen gesetzlichen Versicherung

Bei der gesetzlichen Versicherung wird ein prozentualer Anteil deiner Einnahmen für die Berechnung des Beitrag herangezogen. Der gesetzliche Beitragssatz liegt 2022 bei 14,6% zuzüglich eines eventuellen Zusatzbeitrages. Den erheben aber alle Krankenkassen. Allerdings in unterschiedlicher Höhe.

Großer Vorteil der gesetzlichen Versicherung ist die beitragsfreie Familienversicherung für nicht erwerbstätige Familienmitglieder. Diese gilt für Kinder und Ehepartner.

Angestellte zahlen die Hälfte des Beitrages, der maximal bei 769 Euro pro Monat liegt.
Dieser ergibt sich aus Beitragsbemessungsgrenze von 58.050 Euro pro Jahr und dem Beitragssatz von 14,6% plus dem Zusatzbeitrag.

Es ist zwingend zu beachten und zu wissen, dass ALLE Einkommensarten beitragspflichtig sind. Als Arbeitnehmer ist das vielleicht nicht so wild, da man eh den Höchstbeitrag zahlt. (Sonst wäre man nicht freiwillig versichert. Die Versicherungspflichtgrenze liegt über der Beitragsbemessensgrenze)

Kritisch kann das als Rentner werden. Da werden auf ALLE Einnahmen, die man hat die 14,6% fällig. Das gilt für private Rentenversicherungen, Mieteinnahmen, etc. etc.

Beamte zahlen ebenfalls die 14,6% alleine, wenn sie sich gesetzlich krankenversichern wollen. Dies sollte man wissen. Beamte haben Anspruch auf Beihilfe durch den Dienstherrn, so dass sie nur die Restkosten selbst absichern müssen. Der Beihilfesatz liegt zwischen 50 und 80%, je nach Situation. Hier ist in der Regel die private Versicherung die bessere Alternative, auch wenn man nur durch die Öffnungsklausel mit dem Kontrahierungszwang angenommen werden sollte.

Fazit

Was tun sprach Zeus? Wie sollst du dich jetzt entscheiden?

Das kommt drauf an! Du hast gemerkt, dass es so viele Punkte gibt, die für die private Krankenversicherung sprechen, aber gleichzeitig auch einige, die für die gesetzliche Variante sprechen.

Was für dich das Richtige ist, das kann man nur anhand einer eingehenden Analyse deiner individuellen Situation entscheiden. Und mach das bitte nicht alleine, sondern sprich mit einem Profi zu dem Thema.

Hier kannst du Kontakt mit mir aufnehmen, wenn Du irgendwelche Fragen hast:

Die Kontaktdaten findest Du hier:

Kontakt – Alex erklaert Finanzen (alex-erklaert-finanzen.de)

Gerne freue ich mich über jedes Feedback von Dir.

Pass auf Dich auf und bleib gesund!

Dein Alex

Impressum: Impressum und Datenschutz: – Alex erklaert Finanzen (alex-erklaert-finanzen.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.