Pflege

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Die Menschen werden im Durchschnitt immer älter, das ist allgemein bekannt. Das ist einerseits großartig, da wir dadurch länger leben und auch mehr vom Leben haben.
Die andere Seite der Medaille, und jede Medaille hat zwei Seiten, ist, dass wir Krankheiten bekommen und Leiden erleben, die es früher gar nicht gab bzw. man gar nicht kannte. Daher kommen die vielen vielen Menschen, die in Pflege sind.

Als Beispiel sei hierfür Demenz bzw. Alzheimer genannt.
Auch der extreme Kräfteverfall, den man heute leider so oft miterleben muss, ist eine Folge der Langlebigkeit.

Die Lage der Pflege

Meiner Ansicht nach ist das Allerwichtigste, dass die zu pflegenden Menschen immer noch ein würdiges Leben führen können. Dies kostet aber, wie so oft, nicht gerade wenig Geld.

Dazu gehört natürlich auch, dass die Pflegekräfte ordentlich und angemessen bezahlt werden, vernünftige Arbeitszeiten haben und dass genug Personal zur Verfügung steht.

Da dies irgendwann immer mehr zunahm, beschloss die Bundesregierung im Jahre 1994, dass zum 1.1.1995 die soziale Pflegeversicherung (SPV) eingeführt wird.
Die SPV geht einher mit der Krankenversicherung, sodass beide Versicherungen immer bei der gleichen Kasse sind.

Die Pflegeversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung, was ihre Bedeutung hervorhebt!

Ein Pflegefall kann den finanziellen Ruin bedeuten, wenn nicht ausreichend Geld dafür vorhanden ist.

Einen großen Teil dieser Kosten sichert die SPV ab, allerdings bei weitem nicht alles.
Auf die Details gehe ich im späteren Verlauf ein.

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind weit gefächert, ebenso die möglichen Arten der Pflege.

Pflegearten

Es gibt die stationäre Pflege. Diese unterteilt sich in vollstationäre Pflege und teilstationäre.
Vollstationär ist denke ich selbsterklärend.
Teilstationär bedeutet, die zu pflegenden Personen sind tagsüber oder nachts in Pflegeeinrichtungen, damit die Angehörigen entlastet werden und ihrer Arbeit nachgehen können.
Der dritte größere Bereich bei der stationären Pflege ist die Kurzzeitpflege in einer Einrichtung. Diese ist allerdings im Gegensatz zur vollstationären Pflege zeitlich begrenzt vorgesehen.

Ambulante Pflege

Der zweite große Block ist die ambulante Pflege, auch häusliche Pflege genannt.
Hier gibt es zu viele Möglichkeiten, um auf alle einzugehen.
Ein wichtiger Punkt ist hier jedoch die Verhinderungspflege, die vielen zusteht, ohne dass sie das wissen.
Details findest Du hier.

Die Leistungen unterscheiden sich in der Regel nach Geldleistungen und Sachleistungen.

Was Dir wann zusteht, ist im SGB XI erläutert.

Wie sollte man eigentlich vorgehen, um für den Fall der Fälle alles einigermaßen im Griff zu haben, zumindest finanziell?

Dazu schauen wir uns erst mal an, wie die Zahlen und Daten zu dem Thema sind.

Insgesamt waren zum 31.12.2018 etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland Empfänger von Pflegeleistungen der gesetzlichen und privaten Pflegepflichtversicherung!

Davon knapp 830.000 stationär und demzufolge etwa 3,11 Millionen ambulant..

Damit Du eine Visualisierung der Verhältnisse hast, habe ich Dir hier ein kleines Diagramm eingefügt:


(Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistiken/Pflegeversicherung/Zahlen_und_Fakten/Zahlen_und_Fakten_der_SPV_17.Februar_2020_barr.pdf)

Kosten der Pflege

Dachte man früher allgemein, dass die meisten im Pflegeheim gepflegt werden, so beweisen diese Zahlen das Gegenteil.

Allerdings solltest Du für den Ernstfall gewappnet sein. Das heißt, dass Deine Planungen so aussehen, als ob der worst case eintreten wird.

Wie schaut der eigentlich aus? Betrachten wir mal die Zahlen.

Kosten vollstationäre Pflege

Die vollstationäre Pflege bei uns hier in Zweibrücken kostet je nach Pflegegrad zwischen 2.700 und 4.400 € monatlich.
Quelle: https://pflegefinder.bkk-dachverband.de/suche/suchergebnis.php?searchdata%5Bname%5D=&searchdata%5Bplzort%5D=66482&searchdata%5Bmaxdistance%5D=10&searchdata%5Bpflegeart_spez%5D=pa_vollstationaere_pflege

War Dir das in diesem Ausmaß bewusst?

Jetzt gehen wir wirklich vom schlimmsten Fall aus und denken an Pflegegrad V:
4.400 € jeden Monat nur für die Pflege. Wie finanzierst Du das?

Okay, in dem Fall kommen 2.000 € von der gesetzlichen Pflegeversicherung.
Dann gehen wir mal von einer gesetzlichen Rente des/der zu pflegenden von 1.200 € aus, was durchaus realistisch ist, wenn das Durchschnittsbrutto des zu pflegenden in etwa bei 3.000 € jeden Monat lag.

Bleibt ein Rest von 1.200 €, der jeden Monat zu zahlen ist.
JEDEN Monat! Und das nur für die Pflege. Kleidung und andere eventuell benötigte Anschaffungen nicht mitgerechnet! Laufende Kosten für die Immobilie gibt es auch immer noch.

Das heißt pro Jahr 14.400 €, ich betone es nochmals, nur für die Pflege!

Spätestens jetzt weißt Du, warum da so oft die Immobilie des zu Pflegenden verkauft werden muss, damit die Pflege bezahlt werden kann.

Die durchschnittliche Pflegedauer bei einem älteren Menschen liegt zwischen 4,5 und 6 Jahren.

Das heißt wir reden hier von einer Gesamtsumme von mindestens 72.000 €!
Das Thema Pflege kann also eine gesamte Lebenssparleistung vernichten bzw. auffressen. Möchtest Du das wirklich?
Oder möchtest Du Dein Vermögen inkl. Immobilie nicht lieber doch Deinen Kindern vererben?
Oder eine andere Betrachtungsweise: Möchtest Du, dass das mit Deinem Elternhaus bzw. dem Vermögen Deiner Eltern passiert?

In diesem Bereich wirst Du auch keinesfalls falsch sparen wollen, da Du Dir selbst oder Deinen Angehörigen ein würdevolles Leben ermöglichen willst.

Bei niedrigeren Pflegegraden ist es in finanzieller Hinsicht nicht anders.
Der Eigenanteil bleibt gleich, die Kosten sind niedriger, aber natürlich auch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.
Quelle: https://pflegefinder.bkk-dachverband.de/suche/suchergebnis.php?searchdata%5Bname%5D=&searchdata%5Bplzort%5D=66482&searchdata%5Bmaxdistance%5D=10&searchdata%5Bpflegeart_spez%5D=pa_vollstationaere_pflege

Solltest Du hier nach einer Lösung suchen, ein Berater Deines Vertrauens unterstützt Dich mit Sicherheit gerne dabei!

Ambulante Pflege

Das Thema ambulante Pflege sieht etwas anders aus, wenn auch nicht viel.

Auch hier können leicht Kosten von 3.000 € monatlich entstehen!
Quelle: https://www.seniorplace.de/pflegekostenrechner.php, eigene Berechnungen dort.

Bei der ambulanten Pflege leistet die gesetzliche Pflegeversicherung 1.550 € in Pflegegrad V, es verbleiben also noch ca. 1.500 € an Kosten.

Gehen wir auch hier von einer monatlichen Altersrente von 1.200 € aus, bleiben monatlich 250-300 € Kosten, die selbst zu tragen sind.

Das ist immerhin kein Vergleich zu den Kosten einer vollstationären Pflege. Dennoch musst Du hier an die weiter zu tragenden Nebenkosten der Wohnung, Bekleidung, Lebensmittel, etc. denken. Damit kommst Du auch hier auf bestimmt 1.000 € monatliche Ausgaben.

Was kann man hier nun tun?

Möglichkeiten der Absicherung

Nun, es gibt auch private Pflegeversicherungen, mit denen man die zu tragenden Kosten absichern kann.

Hier gibt es sogar die Möglichkeit, ohne Gesundheitsfragen etwas abzusichern. Bei diesen sogenannten „Pflege-Bahr“-Tarifen gibt es auch einen monatlichen Zuschuss vom Staat in Höhe von 5,- €.
Der Nachteil dieser Tarife liegt in der Wartezeit von 5 Jahren, aber ansonsten ist das eine sehr solide Grundlage.

Gerade bereits vorerkrankte Menschen können sich so eine gute Vorsorge sichern. Du kannst diesen Tarif bis zur maximalen Leistung der Pflegekasse abschließen.

Diesen Pflege-Bahr kann man mit einer Pflegerentenversicherung ergänzen.

Hier versicherst Du garantierte Pflegerenten, die Du dynamisch gestalten kannst. Diese werden von Lebensversicherern angeboten.

Vorteil: Im Leistungsfall ist die Versicherung beitragsfrei und die Beiträge sind im großen und ganzen stabil (die Dynamik natürlich ausgenommen).
Die Tarife können hier individuell gestaltet werden, was Beitragszahlungsdauer, Beitragsrückgewähr, Versicherungsdauer und eine eventuelle Leistungsdynamik angeht.

Alternativ steht Dir ein Pflegetaggeld offen, diese werden von Krankenversicherungen angeboten. Diese Tarife sind in der Regel kostengünstiger als die Pflegerenten, müssen jedoch im Leistungsfall weitergezahlt werden und es besteht keine Möglichkeit, die Beiträge zurückzuerhalten, auch nicht im Todesfall.

Pflegerenten und Pflegetagegelder haben beide ihre Berechtigung, eins ist nicht schlechter als das andere, es kommt eben auf die individuellen Vorlieben eines jeden an!

Ich weiß, der Markt und die Möglichkeiten hier sind sehr vielfältig und man verliert da schnell den Durchblick.

Was für Dich da jetzt das richtige ist, das kann niemand außer Dir selbst beantworten. Was ich Dir jedoch beantworten kann, ist, dass Du Dir über das Thema Pflege Gedanken machen solltest, da es Dich höchstwahrscheinlich irgendwann selbst betreffen wird. Entweder Dich persönlich oder Deine Eltern, Deine Großeltern, Dein(e) Partner(in), die Eltern Deines Partner, etc.

Such Dir einen Berater Deines Vertrauens und sprich mit ihm darüber.
Schau, dass Du fair beraten wirst und dass DEINE Wünsche, Ziele, Vorgaben und Möglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Und nicht die des Beraters.

Solltest Du Dich mit Deinen Fragen an mich wenden wollen, so stehe ich Dir unter den unten angebenen Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.

Einen Termin kannst du direkt unter termine.bruenisholz.com buchen

Hier kannst du Kontakt mit mir aufnehmen, wenn Du irgendwelche Fragen hast:

Kontakt – Alex erklaert Finanzen (alex-erklaert-finanzen.de)

Gerne freue ich mich über jedes Feedback von Dir.

Pass auf Dich auf und bleib gesund!

Dein Alex

Impressum: Impressum und Datenschutz: – Alex erklaert Finanzen (alex-erklaert-finanzen.de)

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