Vermögenssicherung Teil 3 – Unfall Versicherung

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Jeder kennt sie, fast jeder hat sie. Die Unfall versicherung.

Sie hat lange Tradition, es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten. Mit Sicherheit hat jede auf die eine oder andere Art ihre Daseinsberechtigung.

Welche Varianten gibt es da denn?

Zum einen, zur groben Unterteilung, gibt es die gesetzliche Unfallversicherung und die Private.

Die Beiträge für die gesetzliche zahlt Dein Arbeitgeber an die Berufsgenossenschaft und daher schützt Dich diese gesetzliche Unfallversicherung nur während der Arbeitszeit und auf dem direkten Weg zur Arbeit und wieder nach Hause.
Direkter Weg bedeutet in diesem Fall auch wirklich nur der direkte Weg.
Sofern Du unterwegs noch einen Abstecher irgendwo hin machst, hast Du
KEINEN Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die private Unfall Versicherung schützt Dich vor den finanziellen Folgen eines Unfalls des täglichen Lebens, und das weltweit 24 Stunden am Tag.

Zur Erleichterung für Dich hier nochmal eine kleine Grafik, die Dir aufzeigt, wo die gesetzliche UV und wo die private UV greift:

Was ist überhaupt ein Unfall? Wie ist der definiert?

Als Eselsbrücke gibt es die PAUKE-Regel. Und so sieht die aus:

Ein Unfall ist ein…
Plötzlich
von Außen
unfreiwillig
auf den Körper wirkendes
Ereignis

mit Gesundheitsschädigung.

Soviel mal zur Grundregelung.

Allerdings gibt es weitere Ereignisse, die als Unfall gelten.
Hier einige Beispiele:

  • bei manchen Versicherern Eigenbewegungsschäden (ist nicht standardmäßig versichert)
  • Ertrinken oder Ersticken im Wasser
  • Gesundheitsschädigung durch erfrieren
  • Unfreiwilliger Entzug von Flüssigkeit, Nahrungsmitteln oder Sauerstofff
  • wenn durch eine erhöhte Kraftanstrengung (Gewichtheben o. ä.) ein Gelenk verrenkt wird, Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden

Eine Unfallversicherung kann auch eigentlich jeder abschließen, da es keine Gesundheitsfragen gibt.

Die einzigen Ausnahmen sind Menschen, die in Pflegegrad 3 oder höher eingestuft wurden und Menschen, die zu alt sind. Das ist je nach Gesellschaft unterschiedlich.

Für Senioren ab 65 bzw. 70 (ist auch vom jeweiligen Versicherer abhängig), gibt es spezielle Tarife. Darauf gehe ich im späteren Verlauf noch ein.

Welche Leistungsarten kennt die Unfallversicherung eigentlich?

Es gibt

  • Die Invaliditätsleistung, das ist die Bekannteste
  • Ein fixes Schmerzensgeld für bestimmte Verletzungen (z.B. Knochenbruch oder Bänderriss)
  • Eine Sofortleistung, ohne dass die endgültige Invalidität feststeht
  • Ein Krankenhaustagegeld (nur durch Unfallursachen)
  • Eine Invaliditätsrente / Unfallrente
  • Bergungskosten
  • Kosmetische Operationen
  • Zahnersatz
  • Todesfall-Leistung

Gehen wir diese verschiedenen Leistungsarten kurz durch.
Wie immer gilt: Sprich mit einem Berater Deines Vertrauens darüber, der hilft Dir die Bestandteile zu finden, die für DICH wichtig sind.


Noch eine kleine Anmerkung: Bei vielen Leistungsbestandteilen oder Regelungen erläutere ich dies anhand der Regelungen des Versicherers, den ich vermittele. Dies kann bei anderen Versicherern anders sein. Grundlegendes ist überall gleich, aber Fristen, diverse Prozentsätze, etc. können von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein!

Also, here we go:

  1. Invaliditätsleistung
    Die bekommst Du, wenn Du aufgrund eines Unfalls dauerhaft körperlich beeinträchtigt bist als einmalige Leistung / Kapitalabfindung.
    Dauerhaft heißt (voraussichtlich) länger als 3 Jahre.
    Wie viel Du bekommst ist von mehreren Faktoren abhängig:
    a. Die Grundsumme
    b. Die Progression (Steigerung)
    c. Die Gliedertaxe (darin ist festgelegt, welcher Prozentsatz für welche Verletzung bzw. welches fehlende Körperteil angesetzt wird)

    Die Grundsumme legst Du gemeinsam mit Deinem Berater fest, danach richtet sich auch der Löwenanteil des Beitrags. Die Grundsumme ist u.a. von Deinem Gehalt abhängig, da die Versicherungsleistung ja Deinen Lebensstandard sichern soll.

    Ich berate in der Regel so, dass im schlimmsten Fall eine Summe von ca. 500.000 € zur Verfügung steht.

    Du denkst, das ist viel? Ja, das stimmt. Ist es zuviel? Nein auf gar keinen Fall!

    Weil, stell Dir vor Du sitzt im Rollstuhl. Du willst irgendwann wieder leben, Du musst Dein Haus behindertengerecht umbauen, Dein Auto, Du brauchst Geld für alles mögliche.

    Deswegen diese Summe! Macht Sinn, oder?

    Die Progression richtet sich danach, ob Du eher die hohen Invaliditätsgrade absichern willst oder die Mittleren. Sprich, willst Du richtig richtig viel Kohle im Ernstfall oder eher bei mittelschweren Situationen, d.h. wenn was passiert, was aber nicht allzu gravierend ist.
    Meinen Ansatz hast Du gerade eben mitbekommen!

    Nochmal: Sprich mit Deinem Berater!

    Warum gibt es sowas wie die Progression? Weil der Geldbedarf bei schweren Verletzungen doch höher ist als das, was ohne Progression gezahlt würde.
    Die Versicherungssumme wird bei einem Tarif ohne Progression natürlich höher gewählt als bei einem mit einer Progression von 1000%.
    Dein Berater hilft Dir, das für Dich passende Produkt und die richtigen Bausteine zu finden!

    Die Gliedertaxe bestimmt, welche Verletzung welchen „Wert“ hat.
    Ein gutes Beispiel ist die Empfehlung des GDV (Gesamtverband der Versicherungswirtschaft). Ich hab Dir das hier mal verlinkt. Wie gesagt, das kann jeder Versicherer im Detail anders handhaben.

    Es gibt noch einige Regeln bezüglich der Invaliditätsleistung:
    Die Invalidität muss innerhalb von 30 Monaten nach dem Unfall eingetreten sein.
    Sie muss ärztlich festgestellt sein.
    Sie muss beim Versicherer angemeldet sein.
    Alles innerhalb dieser 30 Monate (bei meinem Partner), bei anderen weiß ich es nicht genau. Bitte informiere dich darüber, das ist wichtig.
    Stirbt der Verunfallte innerhalb eines Jahres nach dem Unfall an den Unfallfolgen, so erfolgt keine Leistung aus diesem Bereich, sondern aus der Todesfallabsicherung.
  2. Ein fixes Schmerzensgeld.
    Das ist genau das was da steht: Für Verletzung X kriegst Du pauschal Y Euro. Fertig. Bei manchen Versicherern standardmäßig enthalten. Bei anderen musst Du es dazu buchen, wenn Du es willst.
  3. Die Sofortleistung
    Sie wird bei bestimmten Verletzungen gezahlt. Die Summe ist frei vereinbar und sollte so zwischen 5 und 15.000 € liegen.
  4. Das Krankenhaustagegeld
    Bekommst Du, wenn Du wegen einem Unfall im Krankenhaus liegst. Jeden Tag soviel Euro, wie Du versichert hast. Ob das Sinn macht? Nicht, wenn Du ein generelles Krankenhaustagegeld bei ner Krankenversicherung hast. Kostet dann nur unnötig Geld. Hast Du das nicht, kann das durchaus Sinn machen.
  5. Unfallrente
    Eine Unfallrente erhältst Du, wenn Du sie vereinbart hast und dein Grad der Invalidität über 50% liegt. Und Du erhältst sie solange, wie dieser Zustand anhält.
    Zu empfehlen ist sie meiner Meinung nach nur dann, wenn Du aus irgendwelchen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst und auch keine Grundfähigkeitspolice hast.
    Im Artikel über Berufsunfähigkeit haben wir ja gelernt, dass mit Abstand die meisten Renten wegen Krankheiten und kaum welche wegen Unfällen gezahlt werden.
    Dieser Baustein ist auch relativ teuer, da sollte man doppelt und dreifach überlegen, ob das wirklich sinnvoll ist.
  6. Bergungskosten
    Die Bergungskosten sind eigentlich in jeder Unfallversicherung standardmäßig drin. Nur die Höhe variiert. Dabei solltest Du darauf achten, dass sie wirklich hoch genug sind und den Ansprüchen der Zeit genügen. Die Top-Versicherer haben in diesem Bereich Summen von 50-75.000 € versichert.
  7. Kosmetische Operationen
    Die Folgen eines Unfall können oftmals auch Entstellungen sein, die keinem Menschen zugemutet werden sollten. Hierfür hat eigentlich jede Unfallversicherung kosmetische Operationen versichert.
    Auch hier sollte die Summe den modernen Methoden und Möglichkeiten angepasst sein und mindestens 30-50.000 € betragen.
  8. Zahnersatz
    Solltest Du bei einem Unfall einen Schaden an den Zähnen erleiden, was durchaus im Bereich des Möglichen ist. Ich habe selbst schon solche Schäden regulieren müssen, dann bist Du mit so ca. 10.000 € abgesichert. Zusätzlich zu dem, was eine gesetzliche Krankenkasse, oder eine private Zusatzversicherung zahlen würden.
  9. Die Todesfallabsicherung
    Sollte ein Unfallopfer innerhalb von 12 Monaten an den Folgen dieses Unfalls versterben, so greift die Todesfallabsicherung innerhalb der Unfallversicherung.
    Allerdings bleibt auch hier die Frage, ob dieser Schutz wirklich Sinn macht? Oder sichert man sich nicht doch besser mit einer Risiko-Lebensversicherung ab, die ALLE Todesarten abdeckt. Meiner Meinung nach ist man in diesem Bereich besser aufgehoben, es sei denn natürlich, der Gesundheitszustand lässt dies nicht zu. Dann sprich darüber mit Deinem Berater!

Es gibt bei der Unfallversicherung ein Konstrukt mit Namen „Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr“.
Bitte lass die Finger davon.
Das ist sowas wie eine Lebensversicherung, bei der auch Geld angespart wird, aber grottenschlecht verzinst wird. Da hab ich schon Prämien von 40-50 € im Monat gesehen. Bitte tu das nicht. Davon profitieren wirklich nur Vertreter und Versicherer. Wenn Du Geld sparen bzw. Dir etwas ansparen willst, dann mach das separat. Dazu kommt auch bald ein Artikel!

Ich möchte noch einige Worte zu den Senioren-Tarifen loswerden.

Der Abschluss einer „normalen“ Unfallversicherung mit Invaliditätssumme ist nur bis zu einem gewissen Alter möglich, dieses legt aber jeder Versicherer selbst fest.

Überschreitet man dieses Alter und will eine neue Unfallversicherung abschließen, so ist dieses nur im Seniorentarif möglich.
Dieser beinhaltet in der Regel KEINE Invaliditätssumme, sondern nur noch eine monatliche Unfallrente.
Dies liegt an der Kalkulation der Versicherer und der Tatsache, dass relativ viele alte Menschen Unfälle haben, durch die sie dauerhaft geschädigt bleiben.

Moralisch mag man das nicht so toll finden, was ich auch absolut verstehe, dennoch ist es so und deswegen spreche ich es hier auch an.

Soviel von meiner Seite aus heute zum Thema „Unfallversicherung“.

Ob Du eine brauchst, und wenn ja, was Du drin haben willst, besprich das bitte wie immer mit Deinem fairen Berater.

Solltest Du Wissen aus diesem Artikel verwenden wollen, bitte gerne, dafür schreibe ich es.

Vielleicht schreibst Du mir ja, ob Dein Berater auf alle Deine Wünsche eingehen konnte, ob Du was rauskitzeln musstest, oder auch gerne sonstige Erfahrungen.

Anfang nächster Woche geht die Reihe über Vermögenssicherung weiter, lass Dich überraschen!

Alles liebe und bis bald!

Dein

Alexander Brünisholz

FAIRmögensberater mit Herz und Verstand

Einen Termin kannst du direkt unter termine.bruenisholz.com buchen

Hier kannst du Kontakt mit mir aufnehmen, wenn Du irgendwelche Fragen hast:

Kontakt – Alex erklaert Finanzen (alex-erklaert-finanzen.de)

Gerne freue ich mich über jedes Feedback von Dir.

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